Heute jedoch nicht

Eine Gruppenausstellung kuratiert von Christoph Bannat und Marcus Weber

Künstlerliste:

Almut Heise (1944) hoffnungsfroher Tapetenkandinskyismus in der BRD.
Henrik Hold (1971) Geschichten aus der Bleistiftzone.
Achim Hoops (1953) peinture noire mit Lichblick.
Anna Lea Hucht (1980) Detailgenaue Mädchenzimmer-Dokumentation aus der Vogelperspektive.
Evgenij Kozlov (1955) Kommunalkaerotika.
Johannes Spehr (1965) veristische Studien desolater Bewohnerwelten.
Corinne Wasmuht (1964). Organinterieurs.
Manuela Wossowski (1978) Familienfreundliche Licht Flecken Impressionen.
Amelie von Wulffen (1966) dekonstruierte Kindheitserinnerungen.
Christoph Bannat (1960) phantastischer Archeologismus.
Marcus Weber (1965) Schöner Wohnen- Dystopie.


Ausstellungsdauer: 3. November – 14. Dezember 2007
Eröffnung: Freitag, den 2. November 2007 um 19 Uhr



Ausstellungsrezensionen:
aus: Berliner Zeitung , 04.12.2007
aus: Zitty Nr. 25 / 07
aus: Artinfo 12. 07
aus: Financial Times Deutschland, 30.11.2007 (über Henrik Hold)


Pressemitteilung

Sitzen Bleiben. Imaginieren. Aushalten. Dass die Welt vorüberzieht. Zeit. Investieren. Lebenszeit. Das Rauschen der Leitungen. Sehen. Herauf. Beschwören. Ausdenken. Sitzen. Wieder. Holen. Früher oder Später. Sitzen Bleiben. Welt abgewandt. Welt zugewandt. Die Halbwertzeit der Wirklichkeit, mit Wahrhaftigkeit verlängern. Die Welt aussitzen. Sich in der zweiten Haut einrichten. Die zweite Haut von innen bezeichnen. Die Kammer, a : als einäugiger Zyklop. b: Die Welt als Zentralperspektive. Die Fenster schließen. Licht von der anderen Seite. Sich. Wieder. Holen. Wirken. Lassen. Kommentiert werden die Themenfelder, durch eine nach Innen gerichtete, den Ladenraum der Galerie neu definierende Ausstellungskonstruktion ... einem Gerüst, als löchriger Raumteiler, der dem Innenraum seine Ruhe raubt.

Die von Marcus Weber und Christoph Bannat zusammengestellte Ausstellung Heute jedoch nicht führt künstlerische Positionen aus Malerei und Zeichnung von den sechziger Jahren bis heute zusammen, die sich mit dem Thema Interieur beschäftigen.

Der in den Medien zu sehende designte Privatraum (z.B. Schöner Wohnen - Zeitschriften wie Wallpaper, Ambiente, Architectural Digest oder „homestories“ von celebrities, HartzIV-Empfängern und messies auf RTL und MTV) steht in der Regel im extremen Gegensatz zu real existierenden privaten Wohnräumen.

Während in den 90er Jahren das „Interieur“ hauptsächlich in Fotografie, Video und analytischer Postkonzeptkunst verhandelt wurde, fällt den Kuratoren der Ausstellung auf, daß in letzter Zeit dieses Thema vermehrt in den Medien Zeichnung/Malerei auftaucht.
Uns interessiert, wie KünstlerInnen mittels handwerklicher Medien wie Malerei und Zeichnung den privaten Raum darstellen, und inwiefern dies mit gesellschaftlichen Befindlichkeiten (z.B. Neue Bürgerlichkeit, cocooning usw.) zusammenhängt.

Diese Ausstellung wird keine Themenausstellung. Die Bilder selbst und die Haltung der Künstler der Welt gegenüber, geben Themen, Fragestellungen, Lösungen und Losungen vor. Propagiert wird hier ein “sich in Bilder vertiefen“. Eine Entschleunigung als unausgesprochener Gegenentwurf.

(M.W. / C.B. 2007)